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Der Nationalpark der Bicazului Klamm |
(2007-10-26) |
Zuletzt geändert: 2007-10-30 19:57 EET |
Die Karpaten Bergkette erstreckt sich von dem Norden Rumäniens durch die Landesmitte, bis in den Westen des Landes. Diese Bergkette stellt ausserdem die natürliche Grenze Transilvaniens dar. Die Katpaten werden von den Strassen durchdrungen, die Mitteleuropa mit dem Balkan-Donau Raum verbinden. Viele dieser Verkehrswege durchlaufen bewundernswerte Täler, mit Gebirgspässen von einer seltenen Schönheit.
Zwischen Transilvanien und Moldova geht die spektakulärste Route durch den Bicazului Klamm. Das Wasser hat sich durch die Felsen des Hãºmaº Gebirge durchgebohrt und somit ist eine sehr schmale und tiefe Schlucht entstanden, mit Höhenunterschiede zwischen der Spitze und dem Wasser, die einigerorts bis zu 300m erreichen.
Die Kalksteinlandschaft hat ausser dem wohlbekannten Bicazului Klamm, auch die Entstehung einer Reihe von ähnlichen Erscheinungen, grösseren oder kleineren Ausmasses ermöglicht. Wir haben also den Bicăjelului Klamm, den Cupaşului Klamm, den Lapoşului Klamm, den Şugăului Klamm und jeder davon hat seine Besonderheiten. Ausserdem gibt es hier den roten See, der eine sehr interessante Geschichte hat. 1837 ist ein nahgelegener Berg in sich zusammen gebrochen und dies hat zur Entstehung eines narürlichen Dammes auf dem kleinen Fluss Bicaz geführt. Das hier angesammelte Wasser ist über die Bäume bis auf Ebene des Dammes gestiegen und somit ist ein See entstanden, wo man auch heutzutage einige Äste herausragen sieht. Diese sind die Spitzen der Bäume, die einst vom Wasser gefangen genommen wurden.
Die besondere Geomorphologie der Gegend trug auch zur Entstehung einer reichen Biovielfalt bei. Hier gibt es z.B. 1150 entwickelte Pflanzenarten, neben hunderten Tierarten. Viele davon gehören zu den seltenen Arten und stehen daher unter Naturschutz. Aus diesem Grund ist ein über 7000Ha weiter Nationalpark entstanden.
Über die Biovielfalt un dem Nationalpark Bicazului Klamm – Hăşmaş, spricht jetzt Hegyi Barna, der Biologe des Parks “Die wertvollste Pflanze, so zu sagen, in dieser Gegend gehört zu den lokalen Endemiten. Die Pflanze heisst der Bicaz Sichler oder Guºul, benannt nach dem berühmten Forscher, Mihail Guşuleac, der die Pflanze Anfang des 20. Jh entdeckt hat. Der lateinische Name der Pflanze ist Astragalus pseudopurpureus und diese gibt es nur hier auf dem Şugăului Klamm, im Nationalpark, besonders auf den Felsen und auf den Bergwiesen. Es gibt hier auch einige Arten von Eibe (Taxus baccata), wir haben den Frauenschuh (Cypripedium calceolus ), eine Art Orchidee, dann die Schwetlilie Iris aphylla, die eine durch die Habitat Verordnung der Europäischen Kommission geschützte Pflanzenart ist. Diese kommt in feuchten Wäldern mit nicht sehr vielen Bäumen vor, wo es gute Licht und Feuchtigkeitsbedingungen gibt…
Lasst und auch über die Tierwelt dieser Gegend sprechen. Hegyi Barna: “Ich möchte an den Felsenschmetterling erinnern (Tichodroma muraria), eine sehr seltene Vogelart in Rumänien. Vor zwei Jahren habe ich sogar einen Adler gesehen, Aquila chrysaetos, der zum letzten mal in den ‘70ern von Dr. Dan Munteanu gesichtet wurden. Wir haben ein junges Exemplar gesehen. Also hoffen wir, dass er sich hier ein Nest einrichten wird, wenn er nicht bereits in der Gegend angesiedelt ist. Ausserdem haben wir Gämse. Wir haben hier eine Bevölkerung von 60 bis 90 Exemplare. Wir kennen deren Anzahl nicht genau. Das Hãºmaº Bergmassiv ist eine sehr wichtige Zone, wo Braunbären ihren Winterschlaf halten. Also gibt es hier jede Mege Höhlen, es gibt viele Orte, die im Winter nicht zugänglich sind und die Braunbären aus der Gegend versammeln hierher für ihren Winterschlaf. Da der Park nicht sehr gross ist, haben wir im Sommer etwa 6 bis 8 Bären ständig hier, aber laut den Zählungen der letzten Jahren, kommen im Winter in die 2500 - 3000Ha weite Felsenlandschaft etwa 30 bis 50 Bären. Im Frühling, wenn sie aus dem Winterschlaf aufwachen, machen sie Wege, die wie eine Art Bärenautobahn aussehen. Wir haben Luchse, Wölfe... In unserem Park ist auch ein Rudel Wölfe angesiedelt. Ausserdem habe ich diesen Frühling ein Luchsweibchen mit Nachwuchs gesehen. Es gibt auch Hirsche, Rehe und einige Wildschweine.”
Seit 2004, wird der Nationalpark Bicazului Klamm – Hăşmaş von der Nationalen Forstamt ROMSILVA anhand eines Vertrages mit dem bukarester Umweltministerium verwaltet. Die Verwaltung des Nationalparks ist der Forststelle Miercurea Ciuc im Rahmen von ROMSILVA untergeordnet. Der Leiter des Parks ist Forstingenieur Cosmin Butnaru. Er erzählt uns mit welchen Problemen er bei der Verwaltung dieses Schutzgebietes konfrontiert wird. Das erste davon bezieht sich auf den gesetzlichen Rahmen. “Die Gesetzgebung im Bereich Umweltschutz und Naturschutzgebiete lässt noch zu wünschen übrig. Diese Gesetze müssten noch überarbeitet werden. Man sollte einige Bestimmungen noch einfügen, sogar Strafen im Falle von Vergehen. Diese müssten auch vielfältig gestaltet werden, damit wir die gesetzlichen Vorschriften vor Ort anwenden können. Es gibt auch weitere Probleme... Natürlich sind wir über die illegalen Abholzungen besorgt. Ich kann ja nicht behaupten, dass wir in dieser Hinsicht auf dem Parkgelände massiv Probleme haben.
Zur Zeit halten wir diese unter Kontrolle, aber es gibt eine ständige Spannung mit den Eigentümern, die laut Gesetz, ihre Wälder im Rahmen des Nationalparks zurückerstatten bekommen haben. Diese möchten natürlich von ihren Eigentum Nutzen ziehen und die Bäume abholzen. Sehr wenige von ihnen haben Forsteinrichtungen aufgestellt oder besitzen Verträge mit einer Forststelle für den Schutz der Bäume. Wir arbeiten mit den Forststellen, mit der Genadarmerie und den lokalen Forstinpektoraten zusammen um dieses Phänomen unter Kontrolle zu halten. Sehr wichtig ist es aber eine Abfindungslösung für diese Eigentümer zu finden, entweder, dass sie Geld oder Wälder in anderen Gebieten als Gegenleistung bekommen, um die Wälder des Nationalparks nicht abzuholzen. Das ist meiner Meinung nach, das wichtigste Problem, wenn man in Betracht zieht, dass der Park zu 94% bewaldet ist.”
Ein weiteres Problem wären die Wilderer. Der Wilddiebstahl wird aber durch die neuesten Gesetze stark limitiert, denn diese sehen hohe Strafen für dieses Phänomen vor.
Eine andere Herausforderung für die Verwalter dieses spektakulären Schutzgebietes, ist der Tourismus. Am Mikrophon kommt Angi Zoltan, Tourismus- und Wachdienstbeauftragter im Nationalpark Bicazului Klamm – Hăşmaş, der uns einige Grundregeln vorstellt, die man einhalten muss, wenn man diese Schutzzone besucht. Die erste davon schreibt den Touristen vor auf den eingerichteten Routen zu bleiben. Ausserdem müssen diese darauf achten, dass sie ihre Zelte nur auf den dafür vorgesehenen Plätzen aufstellen dürfen. “Man darf sein Lager nicht näher als 50m vom Roten See aufstellen.
In den Zeltlagern darf man keine Graben rund um das Zelt graben und man darf keine Materialien pflanzlicher Abstammung unter die Zelte setzen. Ich spreche über Tannennädel, Farnkraut, Moos oder sonstige Materialien. Ausserdem dürfen Feuer nur in den dafür vorgesehenen Einrichtungen angezündet werden. Im Ferienort Roter See darf man kein Feuer in einer Entfernung anzünden, die Kleiner als 50m vom Roten See ist. Hier möchte ich auch erwähnen, dass man kein Holz und keine Pflanzen schneiden oder sammeln darf um diese für die Verbrennung oder für andere Zwecke zu verwenden. “
Ausserdem ist es verboten mit Verkehrsmitteln mit Eigenantrieb, wie Geländewagen, ATVs oder Motorräder ausserhalb der Forstwege zu fahren. Diese Einschränkungen haben nur die saubere Erhaltung der Umwelt als Ziel. Die Touristen von überall sind willkommen, vorausgesetzt sie halten die Regeln, die von den Verwaltern des Parks aufgestellt wurden ein, deren Ziel es ist, die Biovielfalt der Gegend zu erhalten. (Text und Photos: Florin Orban; Deutsch: Florin Lungu)
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