RRI Newsletter abonnieren
(E-Mail-Adresse):
|
 |
Archiv :
|
 |
Naturschutzgebiete in Rumänien |
(2007-05-28) |
Zuletzt geändert: 2007-06-04 19:52 EET |
Die wissenschaftliche und technologische Entwicklung der menschlichen Zvilisation hat in den letzten Jahrhunderten zu einem höheren Druck auf die natürlichen Faktoren und auf das ökologische Gleichgewicht geführt. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sind verschwunden, während andere in Gefahr sind. Aus diesem Grund macht man sich auch in Rumänien in letzter Zeit mehr Gedanken über Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten. Es gibt in Rumänien mehrere Naturschutzgebiete, in denen menschliche Tätigkeiten und Einwirkungen sich bestimmten Regeln unterordnen müssen. Zweck ist, das ökologische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.
Unter Naturschutzgebieten nehmen die National- und Naturparks einen bedeutenden Platz ein. Kraft des Gesetzes haben die Nationalparks den Schutz und die Konservierung bestimmter Pflanzen- und Tierarten zum Zweck, die für den biogeografischen nationalen Raum repräsentativ sind. Diese enthalten natürliche Elemente mit einem besonderen Wert. In den Nationalparks, wie der Retezat im Südwesten Rumäniens, sind bestimmte traditionelle Gewerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten erlaubt. Die Naturparks müssen die Konservierung der Landschaften sichern, die manchmal das Ergebnis der Interaktion Mensch-Natur sind. Ein Beispiel ist der Naturpark Apuseni (im Westen), wo nebst den Naturelementen die traditionellen Schindeldachhäuser der Einwohner zu treffen sind.
Am 24. Mai feiert man den Europäischen Tag der Parks. Vor 97 Jahren sind in Schweden die ersten 9 Nationalparks in Europa gegründet worden.
In Rumänien gibt es zur Zeit 13 Nationalparks und ebensoviele Naturparks. Die meisten von ihnen – 12 Nationalparks und 10 Naturparks – werden von der rumänischen Behörde für Wald- und Forstwirtschaft ROMSILVA verwaltet. Ein wesentliches Argument, das zur zentralen Verwaltung geführt hat, war die Tatsache, dass der größte Teil der Gebiete, die geschützt werden sollten, mit Wald bedeckt waren. Auch heute gibt es Parks, in denen der Wald als Ökosystem 99% der gesamten Oberfläche ausmacht. Einzelheiten erfahren wir von Mircea Vergheleţ, dem Leiter des Dienstes Naturschutzgebiete im Rahmen der rumänischen Behörde für Wald- und Forstwirtschaft:
„Im Jahr 1999 hat das Projekt “Management zum Erhalt der Biodiversität in Rumänien” begonnen, das von der Weltbank finanziert wurde und als Ziel die Gründung dreier Pilotgebiete in den rumänischen Karpaten hatte. Diese Pilotgebiete waren der Nationalpark Retezat, der Nationalpark Piatra Craiului und der Naturpark Vânători Neamţ. Damals haben die Spezialisten der Weltbank versucht, die beste Lösung für die Umsetzung des Projektes und die Koordinierung der Aktivität der drei Parkverwaltungen zu finden. Nach der Analyse aller Varianten sind die rumänische Regierung und die Fachleute der Weltbank zur Schlussfolgerung gelangt, dass die nationale Behörde für Wald- und Forstwirtschaft die beste Option sei. Diese Option hat sich bis jetzt bei weitem als die beste erwiesen. Das Projekt ist Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen worden. Die Bewertung in dem technischen Bericht der unabhängigen Berater der Weltbank war "highly satisfactory" (höchst zufriedenstellend). Durch dieses Projekt hat man auch eine Lobby für die Forstverwaltung geschaffen. 2004 sind Verwaltungsverträge für 13 National- und Naturparks unterzeichnet worden. Zur Zeit gibt es Verträge mit 22 Parks. Diese funktionieren auf Grund der Abkommen zwischen der Behörde für Wald- und Forstwirtschaft und dem Umweltministerium und leisten der Gesetzgebung im Bereich genauestens Folge.”
Wir wollten erfahren, in wie weit die Behörden für Umweltschutz in Rumänien mit der Art und Weise vertraut sind, in der die Naturschutzgebiete zu verwalten sind. Wir sprachen mit Silviu Megan, dem Leiter der Abteilung für Naturschutz, Biodiversität und Biosicherheit im Umweltministerium.
„Das Umweltministerium überprüft periodisch die Verwaltungsverträge mit der Behörde für Wald- und Forstwirtschaft. Es kontrolliert, wann immer notwendig, die Art und Weise, in der die Verwaltungsverträge erfüllt werden. Wenn Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, muss die Verwaltung diese bis zur nächsten Kontrolle berichtigt haben. Natürlich gibt es noch Mängel und Unzulänglichkeiten, aber im Großen und Ganzen kann ich behaupten, dass die Aktivität der Naturschutzgebiete in Rumänien auf dem richtigen Weg ist.“
Das Qualitätsmanagement der rumänischen Schutzgebiete hat auch internationale Anerkennung erlangt – mehrere Naturparks haben entlang der Zeit Titel und Zertifikate zuerkannt bekommen. Im Naturpark Vânători Neamţ wurden beispielsweise gleich zwei Forstreviere in das System Forest Stewardship Council (FSC) aufgenommen, was eine Premiere für Rumänien war. Aufgrund dieser ersten Erfahrung konnte Romsilva – die rumänische Behörde für Wald- und Forstwirtschaft – später weitere 1 Mio Hektar zertifizieren lassen. Der Nationalpark Retezat ist nun Bestandteil des Systems Pan Parks, was einer Anerkennung gleich kommt, dass der dort praktizierte Tourismus ein nachhaltig ökologischer ist. Im Jahr 2000 erhielt der Nationalpark Königsstein (Piatra Craiului) von Eurosite eine Auszeichnung für Management. Derselbe Naturpark erhielt diese Woche vom Europäischen Rat auch das Diplom für Naturschutzgebiete. Horaţiu Hanganu, Geschäftsführer in der Verwaltung des Naturparks Königsstein, erzählt, was diese europäische Auszeichnung von höchster Stelle bedeutet:“Dieses Diplom wird Naturschutzgebieten von europäischer Bedeutung verliehen, aufgrund ihrer Besonderheiten, der Einzigartigkeit bestimmter Pflanzen- und Tierarten und \ oder des traditionellen Baustils. Wir haben eine Bestandsanalyse und eine entsprechende Dokumentation erstellt und eingereicht und der Ministerrat der Europäischen Union hat uns nach Überprüfung das Diplom für Naturschutzgebiete verliehen. In Rumänien hat dieses Diplom außer uns nur noch das Bioreservat Donaudelta.“
Die Verwaltung von Natur- und Nationalparks bringt aber auch viele Probleme mit sich. Das gravierendste ist zweifellos der akute Geldmangel. Die Parks sind meistens auf die Etats von Romsilva angewiesen. In einigen Fällen ist es den Managern jedoch gelungen, zusätzliche Finanzierungen vom rumänischen Umweltfonds oder aus internationalen Projekten zu bekommen. Um möglichst viele Finanzierungsquellen beansprechen zu können, bedarf es einer Abänderung der Verwaltungsorganisation der Parks. Die rumänische Behörde für Wald- und Forstwirtschaft ROMSILVA soll bereits die ersten Demarchen in dieser Hinsicht eingeleitet haben, wie uns der Generaldirektor Dan Ioan Aldea zusichert:
“Die nationale Behörde für Wald- und Forstwirtschaft steht vor großen finanziellen Anstrengungen. Dabei sind wir bereits überstrapaziert: in nächster Zeit sollen erhebliche Waldflächen an Privateigentümer zurückerstattet werden, was für uns einem Verlust wichtiger Einnahmequellen gleich kommt. Deshalb haben wir bei der zuständigen Stelle im Zentralressort beantragt, eine Stiftung gründen zu dürfen, in der wir der Hauptaktionär sein sollen. Dadurch könnten wir künftig auch externe Finanzierungen einbinden.”
Abgesehen vom finanziellen Aspekt müssen die neuen Regelungen auch dem gesetzlichen Rahmen entsprechen, der in der EU gültig ist. Gegenwärtig wartet eine Dringlichkeitsverordnung auf Genehmigung, die sämtliche europäische Richtlinien im Bereich Umweltschutz in nationale Gesetzgebung umsetzen wird. In absehbarer Zeit soll auch eine Landesagentur für Naturschutzgebiete gegründet werden, die als Schnittstelle für die Umsetzung der öffentlichen Politik im Bereich fungieren soll. Und nicht zuletzt werden die Verwaltungen der jeweiligen Naturparks unter der Obhut von ROMSILVA mehr Autonomie brauchen, um von den veränderten Rahmenbedingungen profitieren zu können.
(Florin Orban, deutsch von Teodora Mihălcescu und Sorin Georgescu)
|
|
|
WMA |
|
64kbps : |
1
2
3
|
|
128kbps : |
1
2
3
|
|
MP3 |
|
64kbps : |
1
2
3
|
|
128kbps : |
1
2
3
|
|
AAC+ |
|
48kbps : |
1
2
3
|
|
64kbps : |
1
2
3
|
Partner-Podcasts:
 Früheres RRI-Maskottchen
|